
Die Kennedybrücke im neuen ALSTERSIDE PARK vom individuellen Kraftverkehr zu befreien, bildet die Basis, um innerstädtische Räume vom motorisierten Verkehr zu befreien und im nächsten Schritt somit nach dem Leitmotiv „Stadt für alle“ neue Nutzungen zu ermöglichen. Selbstverständlich müssen Konzepte und Ideen zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt in breit angelegten Beteiligungsformaten entwickelt werden.
Das hält uns von KURS FAHRRADSTAT natürlich trotzdem nicht davon ab, eigene Vorschläge ins Spiel zu bringen! Wir verstehen uns als urbanen Thinktank. Mit unseren Ideen wollen wir Impulse geben und Gedankenspiele in Bewegung setzen, die weit vorgedacht sind. Unsere Vorschläge orientieren sich an umgesetzten Vorbildern in anderen Metropolen. Wir möchten mit den hier vorgestellten Ideen zu konstruktiven Diskussionen, konkretisierenden Überlegungen und
Gedankengängen in unserer Stadt anregen.

Je Richtung zwei Fahrspuren für motorisierten Verkehr, Rad- und Fußwege bilden heute den Querschnitt über die rund 26 Meter breite und 94 Meter lange Kennedybrücke. Hinzu kommen die beiden Auffahrten zur Brücke – 180 Meter im Westen und 260 Meter im Osten – die sich in Längsrichtung durch den ALSTERSIDE PARK ziehen. Alleine die Fahrspuren für den Kraftverkehr beanspruchen heute rund 21.000 m² oder 2,1 Hektar Fläche, wie eine recht simple Messung aus dem Geoportal Hamburg zeigt. Dabei ist der zusätzlich mögliche Raumgewinn An der Alster ab dem Kreisel am Ferdinandstor noch gar nicht mit berechnet….

Seit ihrer Eröffnung 1953 hat sich einiges geändert: das eigene Auto ist längst nicht mehr der unbedingte Renner und die Hochzeiten der modernen, fast alles verschlingenden Autozentriertheit sind glücklicherweise vorbei. Die Kennedybrücke ist, wie sie sich aktuell zeigt, ein Relikt aus vergangenen Zeiten; immer noch weitestgehend im Urzustand und – obwohl für damalige Verhältnisse die vergleichsweise breiten Fuß- und Radwege auf der Brücke als etwas ganz Besonderes galten – heute alles andere als zeitgemäß.
Zu beobachten, wie zu Fuß Gehende Menschen und Radfahrende die Kennedybrücke nutzen, ist aufschlussreich: Räder fahren größtenteils auf dem Zweirichtungsradweg auf der Außenalsterseite, allerdings auch auf der Binnenalsterseite. Bei zu Fuß Gehenden dagegen ist die Sache mehr als eindeutig: Gefühlt 99% bevorzugen offenbar die Seite zur Außenalster – ein ganz klares Indiz dafür, dass der Alsterpark zwischen den Brücken in der heutigen Form fast keinen einzigen Grund bietet, weshalb laufende Leute die Seite zum Rondell hin mit dem Blick auf die Lombardsbrücke wählen sollten und das, obwohl es auch auf dieser Seite einen recht breiten Fußweg und interessante Aussichten gibt. Ein Wechsel der Straßenseite ist für die schwächsten Verkehrsteilnehmenden im Brückenbereich nicht vorgesehen und aufgrund des starken Verkehrs vor allem tagsüber zudem oft ein aussichtsloses und gefährliches Unterfangen.


Wir haben euch versprochen, dass wir mit unserer neuen Idee im Vergleich zum letzten großen Projekt, dem SUPERBÜTTEL, back-to-the-roots gehen und uns wieder mehr einer Premium-Fahrradinfrastruktur widmen würden.
Genau damit beginnen wir nun, indem wir die Neuaufteilung der Brückenfläche mit 1A Premium-Radwegen versehen! Nehmen wir einen fünf Meter breiten, perfekten Zweirichtungsradweg, vielleicht nicht genau mittig, sondern ein wenig mehr auf der Binnenalsterseite. Hinzu kommt eine mit an den Zufahrten versenkbaren Pollern versehene Spur für den autonomen HOCHBAHN-Shuttle-Minibus „Alster-Acht“. Vor und hinter der Brücke gibt es in dieser Spur Ausweichbuchten und verbaute Sensoren regeln die autonom und im Brückenbereich nur langsam neben dem Radverkehr fahrenden Gefährte automatisch aneinander vorbei – das wäre mal etwas, was wir uns unter Smart-City-Solutions vorstellen! Auf diese Weise wird unbekümmertes und sicheres Radeln garantiert – und das bei maximal wenig Fläche, die für diese Bedürfnisse in Anspruch genommen wird. Weil Rad- und „Alster-Acht“-Spur kombiniert und lediglich durch kleine haptische Elemente sowie Farbgebung getrennt sind, können Einsatzfahrzeuge im Bedarfsfall dennoch ohne weitere Einschränkungen über die Kennedybrücke fahren. Der Platzbedarf liegt deshalb für alles, was die Brücke möglichst flott passieren möchte, bei nur etwa zweieinhalb herkömmlichen Fahrspuren. Der ganze Rest gehört in Zukunft zu Fuß Gehenden und begrünten Aufenthaltsbereichen.
Oder anders: Eineinhalb bisherige Fahrspuren sowie die beiden heute bestehenden Radwege – so viel Raum wird freigeräumt! Ohne Autos, sicher und bequem auf Rädern die Alster überqueren.


Neben der Umwandlung des Straßenraumes auf der Brücke selbst schließen sich als logische Konsequenz auch mögliche Umgestaltungen der Verkehrsknoten am Neuen Jungfernstieg / Alsterufer und Alsterglacis sowie am Ferdinandstor / An der Alster an. Hier zeigt sich bereits, wie groß die Möglichkeiten sein können, wenn der Autoverkehr von der Kennedybrücke genommen wird.
Auf dem westlichen Alsterufer und der Eimsbüttel-Seite könnte auf der ehemaligen Fahrbahnfläche der Brückenauffahrt Platz für Boule-Bahnen und Beachvolleyball eingeplant werden. Die Spur für Einsatzfahrzeuge und den „Alster-Acht“ Minishuttle splittet sich am Ende in zwei Spuren auf, um den Shuttles das Ein- und Ausfahren in beide Richtungen an diesem Knotenpunkt zu ermöglichen. Zu Fuß Gehende Leute freuen sich über einen großzügig angelegten Zugang in den Brücken-Park sowie zur Alster.
An der Kreuzung Ballindamm / Lombardsbrücke / Glockengießerwall sowie Ferdinandstor können sich noch weitaus größere Freiräume ergeben, wenn der Kraftverkehr unter der westlichen Bahngleisunterführung vollständig herausgenommen wird. Dem Autoverkehr blieben dann zwei Fahrspuren direkt neben dem Kunsthallen-Kubus, um von oder zum Außenalsterufer in St. Georg zu fahren. Somit lässt sich nahe der Kunsthalle ein interessanter Anschluss an den ALSTERSIDE PARK bilden. Auf den großen Freiflächen, die sich hier südlich der Bahngleise ergeben, könnten beispielsweise Sportgeräte aufgestellt oder die Hundeauslaufzone hierher umverlegt werden.
Das ist noch längst nicht alles! Von der ALSTERSIDE PARK Kennedybrücke verzweigen sich die Radwege weiter Richtung St. Georg und Hohenfelde, auch hier geht mit weniger Kraftverkehr deutlich mehr! Zum Hauptbahnhof hin – wir hatten es bereits erwähnt, verlaufen Radwege, die Vision-Zero wirklich leben, weiter zum „Deichtorloop“.

Auf der Eimsbüttel-Seite wird an der Edmund-Siemers-Allee am Dammtor neben einer möglichen neu durch die Tiergartenstraße geführte Premiumfahrradinfrastruktur ebenfalls ein geschützter XXL Radweg angelegt.

Am Ballindamm wird der letzte Schliff hoffentlich bald nachgeholt und Zuparken unterbunden, der Harvestehuder Weg ist Fahrradstraße. Von Rothenburgsort bis Rotherbaum und einmal um Außen- und Binnenalster herum – Hamburgs gute Stube wird immer mehr zum Fahrradparadies!
Hinweis zu den folgenden Visualisierungen: An einigen Stellen haben wir Bäume ausgeblendet. Wir fällen also keine Bäume, ermöglichen euch allerdings auf diese Weise einen aus der gegebenen Perspektive freien Blick auf unsere Ideen.
Fahrradstädte zeichnen sich durch ein gewisses Maß an Entschleunigung sowie hoher Lebens- und Aufenthaltsqualität aus. Wenn wir also eine Fahrradstadt werden möchten, müssen wir uns auch um alle zu Fuß Gehenden kümmern und uns im Sinne von einer „Alster für alle“ und „Städte für Menschen“ nach den Prinzipien Jan Gehls die übrigen Stadträume ansehen – ja, wir müssen es sogar! Auch da haben wir einige Ideen:

Im westlichen Teil des Alsterparks gibt es nicht viel, weshalb man sich in diesem Park aufhalten sollte. Die eher traurig aussehende, stellenweise beschädigte und teils vermüllte „Randbegrünung“ lädt wie die lärmenden Autos und Bahnen (es gibt dort noch keinen Schallschutz) nicht unbedingt dazu ein, hier länger zu verweilen. Gleiches gilt für den Uferbereich dieser Parkseite am Rondell: Selbst bei gutem Wetter und Sonnenschein sehen die Wenigen, die hier überhaupt anzutreffen sind zu, möglichst schnell das Weite zu suchen. Dabei ist diese Parkseite zwischen den Brücken sogar die, die mit einem Tunnel unter der Lombardsbrücke versehen ist und somit für Laufende einen vergleichsweise komfortablen und sicheren Wechsel von der Außen- zur Binnenalster und umgekehrt ermöglicht. Das einzig Interessante scheinen hier Bunker zu sein, denn mitten auf der Rasenfläche zwischen den Bahngleisen und den Fahrbahnen für Kraftverkehr befindet sich der „Tiefbunker Kennedybrücke“. Sichtbar sind einige Eingänge und Lüftungsvorrichtungen. Dieser Bunker, bestehend aus drei unterirdischen Anlagen, die nicht miteinander verbunden sind, wurde 1963 errichtet und war für insgesamt etwa 200 Personen ausgelegt. An die Strom-, Wasser- und Abwasserversorgungsleitungen sind die Bauwerke angeschlossen. Da sie aber über keine Notstromversorgung verfügen, können die Bunker aktuell nicht genutzt werden.
Unsere Idee ist, diese Räume in eine Dual-Use-Anlage umzuwandeln und sie somit wieder nutzbar zu machen. Überlegenswert wäre, die drei bestehenden Anlagen zu verbinden und evt. ein wenig zu erweitern. Warum kein kulturelles Veranstaltungszentrum einrichten? Ausstellungen, Galerien, vielleicht gar ein Alster-Museum oder musikalische Veranstaltungen wären denkbar – eine nähere Nachbarschaft, die sich gestört fühlen könnte, gibt es hier nicht. Ausgehend von dieser Idee: Wäre es nicht fantastisch, wenn der Zugang zu diesen Räumen von der nahen Wasserseite, sprich dem Uferweg zwischen den Brücken als Haupteingangsbereich barrierefrei liegen würde? Da es an dieser Stelle ohnehin eine recht hohe Böschung gibt, bietet es sich an, ein flaches Gebäude am Uferweg zu errichten, das mit der rückwärtigen Dachkante ebenerdig mit der bestehenden Rasenfläche „oben“ abschließt. Wir haben nun die Möglichkeit, den Alsterpark auf dem Dach des neuen Gebäudes zu erweitern, ähnlich dem Park-Fiction in St. Pauli. Fragt sich als Nächstes, wie es von der Wasserseite aus aussehen könnte. Wir glauben, dass Kasematten, vielleicht mit zwei oder drei Bögen, wie sie ebenfalls an der St. Pauli Hafenstraße („Elbgold-Brauerei“) existieren, sehr gut mit der antiken Lombardsbrücke harmonieren, die das Denkmalschutzamt direkt in das Binnenalster-Ensemble aufnehmen könnte, vor allem dann, wenn die Fassade im ähnlichen Sandstein-Stil gebaut wird. Hier wären neben dem Eingang zum Kulturzentrum auch ein Museumsshop und Restaurant denkbar.
Noch einmal zurück zum Bunker: Ein Blick nach Helsinki, der Stadt im Norden, die hier an weiteren zwei Stellen auftauchen wird, lohnt sich. Die finnische Hauptstadt hat Erfahrung mit doppelt genutzten unterirdischen Schutzräumen, worüber wir aus einem anderen Anlass in einem kleinen Exkurs schon einmal berichtet hatten.

Gegenüber der „Bunker-Rooms“, auf der Alsterparkseite Richtung Kunsthalle, sieht es heute noch trostloser aus. Hier standen einst die Wassermühlen, weswegen der bis Dato schmale Fluss Alster aufgestaut wurde. Ohne sie würde es die Außenalster, diesen „See“ mitten in unserer Metropole überhaupt nicht geben.

Was es hier gibt, ist eine Hundeauslauffläche – das war’s. Die kann es auch gerne weiterhin geben, nur vielleicht ein wenig weiter weg vom Uferweg beginnend und nach hinten zum Ferdinandstor verschoben – schon entsteht neuer Raum für neue Träume!
Auch hier gibt es eine leichte Böschung, nicht ganz so ausgeprägt wie auf dem Ufer gegenüber. Außer ein wenig Gestrüpp und die Wiese dahinter gibt es hier eigentlich nichts. Aber stellen wir uns doch mal vor, hier gäbe es eine einladende Stufenanlage, etwa wie auf der Fleetinsel! „So etwas gibt es doch am Jungfernstieg“, mag ein Einwand sein. Stimmt einerseits, andererseits aber nicht: Der Jungfernstieg ist schlicht viel zu groß, um eine ähnliche Atmosphäre zu schaffen. Ein Blick an die Feldstraße zum Club „Knust“ mit der Holztribüne lohnt. Lasst uns ein wenig nachhelfen mit der Böschung, und wir bauen hier eine tolle Stufenanlage, die sogar in beide Richtungen, sowohl zum Wasser als auch zum Park hin funktionieren könnte. Ein Vorbild gibt es in London zu besichtigen. Dort, ganz in der Nähe der Stationen St. Pancrass / Kingscross, liegt das Gelände der ehemaligen Kohle-Umschlaganlage „Coaledrop Yard“ direkt am Regent Canal. Das gesamte Areal wurde in den letzten Jahren neu entwickelt. Heute fügt sich historisches Ambiente in stark zukunftsgerichtete Stadt- und Park-Architektur. Eines der zentralen Elemente ist dort ein großer Platz, der zum Kanal hin in einer Stufenanlage mündet. Unmittelbar rechts und links dieser Anlage führen Fußgängerbrücken über den Kanal, die die Anlage einrahmen.

Im ALSTERSIDE PARK kämen wir diesem Vorbild aufgrund der bestehenden beiden Brücken somit sehr nah heran. Auch hier könnte, analog zu den Veranstaltungen, die in der „Coaledrop-Yard“ angeboten werden, einiges stattfinden. In London war es unter anderem kostenloses Open-Air-Kino, mit der Leinwand auf der anderen Uferseite (an der Alster bräuchte es dafür eher einen Ponton auf dem Wasser). Aber stellt euch das einmal vor: Im Sommerhalbjahr wird die tote Hose gegen richtig-was-los eingetauscht. Die Alster-Arena ist rappelvoll, das alles mit freiem Eintritt, wie in London. Hier wird konsumfreie Fläche geschaffen, von der alle profitieren. Kioskmäßig könnte aus einer Bar, etwa den vorhandenen „Dampfschifffahrtsräumlichkeiten“ in der Lombardsbrücke natürlich trotzdem gegen Durst oder kleinen Hunger gesorgt werden. Und das Allerbeste zum Schluss: Die Alster-Arena liegt auf der Sonnenseite! Während die Fleetinsel längst im kalten Schatten der sie umgebenden Gebäude versunken ist, gibt es hier wohl mit die schönsten Sonnenuntergänge in der Stadt zu bewundern. Was braucht es mehr?
Unter der Kennedybrücke leben seit Jahren obdachlose Menschen auf Platte, die im Schutz der Brücke ihre Zelte aufschlagen. Durch eine Aufwertung des Areals sowie eine voraussichtlich deutlich steigende Zahl an Menschen, die sich hier aufhalten, werden Verdrängungseffekte nicht ausbleiben, die bedacht werden müssen. Wir möchten Obdachlose nicht verdrängen oder ausgrenzen, sondern zum Teil der Stadtgesellschaft machen und ihnen ein Dach über dem Kopf ermöglichen (Housing First Prinzip). Das könnten „Tiny Homes“ in weniger frequentierten Teilen der die Brücken umgebenden Parkanlagen sein. Oder warum nicht die Alster-Arena selbst gleich einen Schritt weiter denken? So könnte die unterste, in diesem Fall etwas höher angelegte Stufe auf der wasserabgewandten Seite für die Öffentlichkeit bis auf eine in der Mitte verlaufende Treppe gesperrt bleiben. Einige Meter vor dieser untersten Stufe könnte eine sichtschützende und somit die Privatsphäre respektierende Hecke gepflanzt, die letzte senkrechte „Wand“ der Stufe verglast werden und die Alster-Arena im Inneren im Erdgeschoss zu einem neuen, mit Tageslicht und vor Witterung geschütztem Raum mit sozialer Begleitung für die wohnungslosen Menschen werden, versehen mit sanitären Anlagen. Das reiche Hamburg würde dann nicht nur etwas für das Klima, sondern wirklich für alle Menschen tun und Herz zeigen.



Die Kunsthalle wünscht sich mehr Platz und eine Anbindung an die Menschen / City und keine Trennung durch rauschende Verkehrsströme. Wir sehen einen Ort für eine mögliche Erweiterung vorwiegend im Bereich des Kreisverkehrs am Ferdinandstor. Es hätte den großen Vorteil, dass das denkmalgeschützte Ufer der Binnenalster mitsamt aller Sichtachsen weitestgehend frei und unangetastet bleiben würde. Die S-Bahntunnel verlaufen hier nahe an der Bahnbrücke, der größte Teil des Kreisels müsste somit unterirdisch bebaubar sein, bevor hinterher oben der Alsterpark erweitert wird. Es bräuchte eine schlaue Lösung, wie Besuchende aus der Galerie der Gegenwart dort unter oder über die Bahngleise geführt werden können. Vielleicht wäre ein gläsener Skywalk, wie es ihn an der Rentzelstraße oder über den Gleisen zwischen den Elbbrückenstationen gibt, eine Idee? Er könnte gleichzeitig Ausstellungsraum sein und hinter den Gleisen mit einer Rolltreppe wie in der Elbphilharmonie im großen Atrium auf Ebene „Minus Vier“ unter der großen Glaskuppel enden. Eine derartige Erweiterung würden wir UfA (Underground of fine Arts) nennen.
Aber kann man an dieser Stelle überhaupt in die Tiefe gehen? Wir vermuten, dass es machbar sein müsste. Das machen wir zum einen daran fest, dass diese Fläche etwa auch eine Möglichkeit böte für einen weiteren U5-Aushubschacht, zum anderen daran, dass es wohl möglich wäre, eine Streckenführungsvariante des angedachten (und aktuell wohl wieder für viele Jahre auf’s Eis gelegte) Verbindungsbahnentlastungstunnels etwa unter diesem Bereich hindurchzuführen. (Hier ist Link zum ganzen „Erläuterungsbericht“ zu finden, dort Seite 135). Bliebe die Schwierigkeit, dass es sich hier um potentiell vom Alsterwasser überschwemmbares Gebiet handelt. Mit Bauen am und mit dem Wasser gibt es in unserer Stadt inzwischen viel Erfahrungen. Wenn tiefe U-Bahnstationen im Hafengebiet gebaut werden und der U- und S-Bahnhof Jungfernstieg schon seit Jahrzehnten teils sogar unter dem Wasser der Binnealster liegt, finden Ingenieure gewiss Möglichkeiten, ein wenig Kunst spannend unter Tage zu legen.
Vorbilder dafür könnten etwa ein Mix aus der berühmten, bereits 1961 eröffneten „Felsenkirche“ (Temppeliaukion-Kirkko) sowie das „Amos Rex“ in Helsinki sein, ebenfalls ein Kunstmuseum, welches unterirdisch auf der Fläche des ehemaligen zentralen Busbahnhofs gebaut wurde, der nun seinerseits einige Meter weiter komplett unter die Erde verlegt wurde.

Selbstverständlich spricht auch aus unserer Sicht nichts
dagegen, das Ferdinandstor unmittelbar vor der Galerie der Gegenwart auf der Binnenalsterseite in einen vorzeigbareren Stadtraum umzugestalten. Die Kreuzung Ballindamm / Lombardsbrücke müsste angepasst werden, es wird eine Abbiegemöglichkeit zur und von der Außenalster benötigt, wohlgemerkt mit nur einer Spur je Richtung. All das sollte unter die Brücke direkt neben dem Kubus-Haus passen, womit die Fahrbahnverbindungen unter der zweiten Bahnbrücke entfallen können.


Die ganze Zeit schon reden wir über die Alster. Höchste Zeit, endlich das zu tun, was ganz sicher eine Lieblingsbeschäftigung vieler Hanseat*innen in der blauen Stadt am Wasser ist: Rein ins kühle Nass und eine Runde schwimmen gehen!
Es gibt widersprüchliche Angaben, was die Wasserqualität hinsichtlich Baden in der Außenalster betrifft – allerdings verfügt sie heute in der Regel wohl wieder über eine recht gute Wasserqualität. Anders sieht es überwiegend dann aus, wenn sich durch starken Regen und folglich dadurch viel angereichertem und keimbelastetem zusätzlichen Regenwassereintrag die Alster vorübergehend trübt. Mit weiteren Revitalisierungsmaßnahmen vor allem um und an potentiellen Badestellenbereichen sollte es möglich sein, dass Badefreuden bald nicht mehr viel entgegensteht.

Die Hamburgerinnen und Hamburger wussten das wohl schon sehr lange, wie sonst lässt es sich erklären, dass es rund um die Außenalster gleich mehrere gigantische Badeanstalten gab? Eine von ihnen war die 1888 eröffnete pompöse „Alsterlust“ (PDF, ab Seite 112), hier konnte von Sprungbrettern in künstlich erzeugte Wellen gehüpft werden. Sie lag am Ufer der Außenalster vor der Lombardsbrücke auf der St. Georg-Seite! Unglaublich, oder? Aber wenn der Kreisel und die vielen Autos nun weitestgehend weg sind…

Darum unser letzter Vorschlag: Gebt Hamburg wieder ein Bad an der Außenalster! Schaut noch einmal nach Helsinki und das futuristische „Löyly“ (Aufguss) an! Dieses tolle Holzgebäude wurde ganz einfach am Ufer einer Hafenkante errichtet und mit einer riesigen öffentlichen Dachterasse versehen. Das „Löyly“ ist genaugenommen kein Schwimmbad, sondern eine Sauna – aber was für eine, mit Restaurant und sogar Privatsaunen, die gemietet werden können. Der Clou: Von der Veranda des „Löylys“ kann direkt in die Ostsee gesprungen werden! Dort gibt es keine Badumfassungen, Mensch schwimmt offen im Meer, ganz easy.

Das Gute an Hamburg ist: Wir brauchen nur eine einzige große Sauna für alle, denn in Finnland, Heimat der Sauna, gehen Männlein und Weiblein schön getrennt. Die Hamburger Variante könnte darum deutlich kleiner ausfallen, benötigt keine (großen) Außenbecken (sportliches Ausdauerschwimmen geht doch in der neuen Alsterschwimmhalle!) und unmittelbar an die Atlantic-Anleger-Brücke andocken, halb über das Wasser, halb über Land gebaut. Hier stehen bisher nur wenige Bäume am Ufer. Einen Parkplatz vor der Tür braucht es nicht, denn „Alster-Acht“ und die neue Tramlinie halten direkt davor…
Das komplette Luftbild in voller Auflösung und mit allen hier vorgestellten Details (22 MB) könnt ihr euch hier ansehen.

Liebes Hamburg, obwohl wir uns schon sehr lange – über drei Jahre – mit diesem Projekt beschäftigen, viel recherchiert, vor Ort angesehen und nachgedacht haben, sind wir erst kurz vor der Veröffentlichung vom „ALSTERSIDE PARK“ über die „Studie zur Nutzung der Uferbereiche der Binnenalster“ gestolpert, die die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen bereits 2020 vorgestellt hatte.
Wir wünschten uns, sie wäre eine Spur mutiger geworden.
Nimm uns nicht übel, dass wir von KURS FAHRRADSTADT nun versuchen, diesen Part zu übernehmen. Wir freuen uns, wenn unsere und die Ideen der Studierenden konkrete Denkanstöße liefern!



Wir freuen uns immer über Unterstützung. Hier könnt ihr mehr erfahren, wie ihr uns helfen könnt.














































































