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Wer mit der Bahn aus dem Süden nach Hamburg und mindestens eine Station weiter als bis zum Hauptbahnhof Richtung Dammtor und Altona reist, fährt über die Lombardsbrücke und erlebt den Blick auf das Hamburg-Panorama mit Binnenalster und Alsterfontäne. Parallel zur Außenalsterseite hin, befindet sich die Kennedybrücke.

In den 60er Jahren überquerten täglich bis zu 60.000 Autos diese Brücke; inzwischen ist diese Zahl auf rund 44.000 gesunken.

Hier beginnt unsere Reise in die Zukunft.


Wie jeden Morgen öffnet Franziska am Ferdinandstor als eine der Ersten des Tages die Personaleingangstür an dem neuen Gebäude, das scheinbar nur aus einer Etage besteht. Sie ist Mitarbeiterin der Haustechnik, schaltet als nächstes die Rolltreppen an und fährt nach unten. Das Büro ihres Teams befindet sich im vierten Kellergeschoss. Dort trifft sie Karl von der Nachtwache, der nun Feierabend machen kann. Vorher halten sie noch einen Klönschnack und besprechen die Übergabe; sie nehmen ihre Becher mit heißem Kaffee und gehen in die Foyerhalle.

Es ist 5:47 Uhr, über Hamburgs Dächern geht die Sonne auf.

Noch bevor die Becher geleert sind, fällt erstes, fahles Sommerlicht von oben in das große Atrium. Je höher die Sonne steigt, desto mehr beginnen die geschwungenen Glasgeländer in den Etagen über ihnen und das verbaute Holz im warmen Sonnenlicht zu schimmern. Dieses Schauspiel haben Franziska und Karl sehr schnell lieben gelernt; auf keinen Fall möchten sie ihren Arbeitsort wieder gegen einen anderen tauschen.

„Mama, darf ich mit Jorin bouldern gehen?“, fragt der achtjährige Micha nach der Schule seine Mutter, aber eigentlich wartet er die Antwort schon gar nicht mehr ab. Vielmehr hört er gerade noch seine Mama „Ja, klar! Aber sei bitte um sechs wieder zu Hause!“ hinterherrufen. Nadine und ihr Mann Jan sind vor neun Jahren aus Niendorf in die Alstertwiete nach St. Georg gezogen. Am Alsterufer rund um das Ferdinandstor waren damals jede Menge Großbaustellen. Früher wäre es undenkbar gewesen, Kinder alleine über diese breiten und stark befahrenen Straßen gehen zu lassen. Nun aber laufen Micha und Jorin die Straße hinunter, schauen am Zebrastreifen unten An der Alster einmal nach links, rechts und nochmal links, achten darauf, dass nicht gerade die autonom fahrende „Alster-Acht“ kommt und überqueren die Straße.

Auf der anderen Seite der nur noch einspurigen Straße laufen sie in den Park hinein und gerade zu auf den Weg, der auf eine große, flache Hügelkuppe führt. Der Hügel weitet sich zu einer runden Plattform, von der aus die Jungs einen tollen Blick auf die Alster haben. Sogar über die Gleise kann man schauen bis zum Jungfernstieg und wenn sie wollten, könnten sie auch nach unten durch eine gläserne Kuppel sehen und viele Menschen beobachten, die sich auf leicht versetzten Ebenen tummeln, aber das interessiert die beiden gerade absolut nicht. Ihr Interesse gilt nur dem Alsterpark, zu dem der Weg nun wieder herunterführt. Gerade mal acht Minuten brauchten die beiden von zu Hause bis hierher, wo sie sich in ein Kletter- und Wasserparadies stürzen. Nichts erinnert mehr an den seltsamen Verkehrskreisel, dieses Ungetüm aus der fossilen Mobilitätsära. Wo sich in der Vergangenheit Automassen stauten, dreht sich unter der gläsernen Kuppel nun alles um die Kunst, seit die Kunsthalle hier ihre spektakuläre Erweiterung eröffnete. Grauer Asphalt ist einem futuristisch anmutenden grünen Park der Zukunft gewichen.

Es ist ein warmer Dienstagnachmittag im Sommer. Neben Jorin und Micha üben sich unzählige Kinder in Kletterakrobatik oder matschen im Sand. Eltern haben es sich auf Rasenflächen, den Hängematten oder Bänken, die mit bepflanzten Beetkästen arrangiert sind, in der Nähe gemütlich gemacht und behalten ihren Nachwuchs im Blick. Überall blühen duftende, bunte Blumen – ein Leckerbissen auch für Bienen und Hummeln. Leute spazieren vorbei und die, die stehen bleiben und staunen, sind meistens Touristen. Von denen gibt es in Hamburg, der Stadt mit den glücklichsten Menschen in Deutschland, ganz schön viele und es werden immer mehr. Die Hansestadt an der Elbe gilt als Platz-1 Citydestination – für Touristen sowohl aus Deutschland als aus dem Rest der Welt.

Terje wohnt in Rothenburgsort, hat Handtuch und Badehose in seinen Rucksack gepackt und radelt los. Hinterm Großmarkt radelt es sich traumhaft am Oberhafen entlang. Genauso geht’s nonstop weiter, rauf auf den „Deichtorloop“, Hamburgs spektakuläre Fahrradbrücke und auf extrabreiten Radwegen am Hauptbahnhof vorbei, bis er nach kurzer Zeit hinter der Kunsthalle in die Straße Ferdinandstor abbiegt und zu seiner Linken die bläulich schimmernde Glaskuppel des Kunsthallen- Erweiterungsbaus auf einem breiten Radweg halb umrundet.
Dann stellt Terje sein Rad ab und geht die paar Schritte weiter zum „Water un Damp“, direkt am Alsterufer neben dem Atlantic-Anleger. Auf der öffentlichen Dachterrasse des schlicht und flach gehaltenen Gebäudes aus nordischem Holz trifft er seine Kommilitonen von der Uni. An der Bar auf dem Dach genießen sie erst eine Alsterschorle, dann geht es nach drinnen in die große Sauna mit Panoramablick über die Außenalster. Nach dem Schwitzen werden sie vom kleinen Sprungturm auf der großen Veranda direkt in die Alster springen und sich abkühlen; für Terje und seine Freunde immer wieder ein Highlight, wobei er es im Winter fast noch cooler findet. Der jüngste „Bäderland“-Spross erfreut sich größter Beliebtheit; deshalb gibt es Zwei- und Dreistundentickets.

Alina aus dem SUPERBÜTTEL trifft sich mit ihrem Freund Jonathan aus Barmbek auf den Stufen der Alster-Arena. Sie hat gerade ihr Abi geschafft und das junge Paar möchte das Leben feiern – mitten in Hamburg, zwischen Lombards- und Kennedybrücke.

Fünf extrabreite Stufen wurden hier in einem Halbrund zwischen Alsterwanderweg am Ufer und dem etwas höher gelegenem Alsterpark dahinter gebaut. Dafür wurde zuvor ein kleiner begrünter Hügel angelegt. Hier lässt es sich traumhaft chillen und natürlich sind die beiden nicht allein. Ein Kiosk verkauft Sandwiches und Getränke, die Alster-Arena ist proppenvoll. Überall sitzen Menschen, lehnen sich an die Stufen oder liegen in der Sonne; viele haben ein Picknick dabei und lassen den Tag bis zum Sonnenuntergang ausklingen. Dieser Ort, im Herzen der Stadt, mitten im Grünen und direkt am Wasser ist der ultimative Place-to-be! Kein Wunder, denn was gibt es Schöneres, als die langsam vorbei gleitenden Alsterdampfer, Schwäne und Menschen in Booten oder gegenüber auf der anderen Alsterparkseite, der Dammtor-Seite zwischen den Brücken, zu beobachten? Auch da sitzen die Leute direkt am Ufer, auf Bänken und kleinen Mäuerchen am Alsterwanderweg oder an den Tischen bei den „Bunker-Rooms“. Wo früher nur Gestrüpp war, wurde eine Kasematten-Reihe im antiken Lombardsbrücken-Style gebaut. Neben dem Eingang zum Veranstaltungszentrum, der den alten Weltkriegsbunker zu neuem, kulturellen Leben erweckt, hat ein Restaurant eröffnet. Über den Kasematten beginnt der Park und es gibt auch dort unter Bäumen, Sonnenschirmen und einem an heißen Sommertagen kühlenden Sprühnebelbereich jede Menge tolle und schattige Plätze.

Mindestens genauso gerne dreht Alina mit ihrem Freund Runden auf ihren Inlinern. Das kann sie schräg gegenüber auf der rechten Brücke machen – ein Eldorado für alle, die es sportlich auf kleinen Rädern aller Art mögen, Für alle, Jung und Alt, ist etwas dabei. Platz für Beachvolleyballfelder und Boule gibt es, das größte nichtkommerzielle Urban-Gardening-Projekt Hamburgs, einen Barfußparcour, Premium-Rad- und Flanierwege und eine kleine Eis-Bar auf der Brücke – den wohl schönsten Alsterblick gibt’s inklusive. Für alle, die nicht mehr ganz so fit zu Fuß sind oder keine Lust haben zu laufen, fährt der autonome HOCHBAHN-Shuttel „Alster-8“ im Hamburg-Takt um Binnen- und Außenalster, selbstverständlich auch mit Halt auf der Brücke.

Das letzte Auto dagegen war vor genau zwei Jahren – 2027 – über die Kennedybrücke gefahren. Sofort nach dem fertigen Umbau begannen die Menschen, die neuen Freiräume, die ihnen die Kennedybrücke im neuen ALSTERSIDE PARK bot, auf kreative Weise zu nutzen.



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Alster Hamburg Kennedybrücke

Alster Hamburg Kennedybrücke

Alsterside Park Alster Hamburg Kennedybrücke