Kategorien

Abgesehen davon, dass eine Sperrung der Kennedybrücke für motorisierten Individualverkehr diesen sowohl in West- als auch in Ostrichtung betrifft, sind vor allem auf dem rechten Alsterufer (City-Seite) Anpassungen der Verkehrsführung notwendig. Hier hat ein Großteil des Autoverkehrs, der aktuell auf der Kennedybrücke anzutreffen ist, den Autobahnanschluss Horner Kreisel (A24 Richtung Berlin) in Horn und die benachbarten östlichen Stadtteile Hamm, Marienthal, Öjendorf zum Ziel.

Ein zweiter großer Teil schiebt sich etwas weiter westlich durch Mundsburg Richtung Barmbek und Bramfeld in den Hamburger Norden. Die Richtungstrennung erfolgt kurz hinter der Kennedybrücke an der Hohenfelder Bucht.

Wie bereits erwähnt, möchten wir an dieser Stelle erneut betonen, dass wir auch zukünftig die normale Befahrbarkeit der Straße An der Alster für sinnvoll und notwendig halten, allerdings mit nur noch einer Fahrspur je Richtung, die über das Ferdinandstor zur Lombardsbrücken- /Ballindamm-Kreuzung hin angeschlossen ist.

Richtung Horner Kreisel geht es zukünftig durch den Wallfahrt-Tunnel, Nordkanal- und Eiffestraße sowie Grevenweg und Sievekingdamm. Die Strecke ist mit 6,3 Kilometern Länge (anstelle aktuell etwa 5,4 Kilometer über die Hohenfelder Bucht) zwar etwas länger, führt allerdings durch rund 800 Meter weniger bewohntes Gebiet. Rechnet man das Alsterufer zwischen der Hohenfelder Bucht und dem Kreisverkehr am Ferdinandstor als einen von Nichtautofahrenden stark frequentierten Bereich hinzu, ergibt sich bereits eine Differenz von rund 1,9 Kilometern. Die alternative Route belastet Anwohnende und spazierende Menschen deutlich weniger stark.

Richtung Eilbek,  Hasselbrook, Barmbek und Wandsbek zunächst bis Grevenweg und weiter via Burgstraße; Richtung Wandsbek über Sieveking- und Hammer Steindamm. Von der Lombardsbrücke bis Brauhausstraße / Wandsbeker Chaussee wären es 6,5 statt aktuell 5 Kilometer, wobei mit einer Fahrspur die Option bestehen bliebe, weiter über die Hohenfelder Bucht zu fahren.

Wenn es auf der Magistrale Edmund-Siemers-Allee / Grindelallee / Grindelberg Richtung Hoheluft, Lokstedt, Niendorf und Schnelsen möglich ist, ein entscheidendes Nadelöhr (warum eigentlich nur stadtauswärts, warum nicht auch stadteinwärts endlich gute und protected Bikelanes?) in der Grindelallee mittlerweile schon viele Jahre einspurig zu bedienen, warum sollte es An der Alster dann nicht möglich sein, insbesondere wenn der Autobahnwechsel- und Zubringerverkehr sinnvoll anders geführt und besser noch möglichst ganz aus der City herausgehalten wird? Wenn in absehbarer Zeit die neue Hafenquerspanne (A26), U5 und vorher noch einige Bus-Rapid-Transportsysteme eingeführt werden, die weitere Entlastung bringen? Wie in Stockholm kann auch hier bereits vorher die MIV-Kapazität in der City –  bspw. im ALSTERSIDE PARK – reduziert werden.

Was dann am Ende theoretisch übrig bliebe und nicht mehr auf die Straßen passen sollte, wird sich schneller in Luft auflösen, als man denkt.

Mit der Einrichtung des ALSTERSIDE PARK und einer Sperrung der Kennedybrücke für Kraftverkehr wird zudem ein umgekehrter Effekt dessen auftreten, was passiert, wenn mehr Straßen gebaut werden („Wer Straßen baut, wird Verkehr ernten“). Werden Fahrspuren verringert, tritt weniger Verkehr auf. Dieser Effekt wird Verkehrsverdunstung genannt und beschreibt, dass sich Verkehr tatsächlich verringert und nicht nur neue Wege durch andere Straßen findet. Ein durchaus gewollter Effekt und ebenso ein Ziel dieses Szenarios.



Wir freuen uns immer über Unterstützung. Hier könnt ihr mehr erfahren, wie ihr uns helfen könnt.

Alster Hamburg Kennedybrücke